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Überwältigendes Rockfestival

VON HORST KOLLER

Zell a. H. war landesweiter Schauplatz eines Treffens der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Ein Abschlusskonzert im Kurpark war der krönende Abschluss der Workshops.

Regelrechter Andrang herrschte im Zeller Kurpark beim Landesrockfestival der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren aus Baden-Württemberg.

Foto: Uli Glasemann

Zell a. H. Das Abschlusskonzert des Landesrockfestivals der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ, ehemals Sonderschulen) im Stadtpark in Zell erlebte eine überwältigende Resonanz. So durfte Rektor Matthias Demmel Bürgermeisterstellvertreter Hannes Grafmüller für die Stadt Zell und Katrin Beck, Beauftragte des Ministeriums für Kultus, begrüßen.

Das jährlich stattfindende Landesrockfestival stellt dieses Jahr Bands, Gruppen und Ensembles der SBBZ aus ganz Baden-Württemberg in den Mittelpunkt. Dieses Jahr bekamen das SBBZ in Schwäbisch Gmünd und Zell a. H. den Zuschlag

Mehr als zehn SBBZ

An zwei Tagen erarbeiten Schülerinnen und Schüler von mehr als zehn unterschiedlichen SBBZ und einem Kindergarten aus dem badischen Raum in Zell am Harmersbach in 15 Workshops ein abwechslungsreiches Programm und bekamen Anregungen von erfahrenen und inspirierenden Coaches (wir berichteten).

Dabei begegnen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Schulen, ebenso treten Lehrerinnen und Lehrer an den SBBZ des Landes in Austausch miteinander. Die weiteste Anreise hatte das SBBZ aus Buchen.

Höhepunkt war die Präsentation der Workshops im Zeller Stadtpark. Im Theaterworkshop der Württembergischen Landesbühne wurde unter der Leitung von Barbara Brandhuber der Klassiker die wilden Kerle einstudiert. Wilde Kerle sind mutig und schlau und sie zeigten natürlich auch auf der Bühne, wo es lang geht. Ellen Hoch aus Haslach ist als Tänzerin, Trainerin, Choreografin und Regisseurin bekannt und hat schon viele Preise gewonnen. Sie brachte mit ihren Mädels eine beindruckende Choreografie auf die Bühne.

Matthias Philipzen ist Drummer, Percussionist und Dozent der Hochschule für Musik Würzburg. Zusammen mit Pape Deieye und Klaus Fichtner leitete er den Cajon-Workshop.

Einen außergewöhnlichen Workshop leitete Hagen Grube, ein Vollblutmusiker aus der Kurpfalz. Aus Zigarrenboxen entstand eine E-Gitarre. Ihr Auftritt im Kurpark der Stadt war optisch und akustisch mehr als gelungen.

„Die Bühne deines Lebens“ war der Titel des Workshops der Schauspielerin Simone Zillhardt. Spielerisch wurde erforscht, was es heißt, Schauspielerin zu sein. Einen bleibenden Eindruck hinterließen die drei Mitglieder der Popakademie Mannheim bereits beim Warm-up an den beiden Workshoptagen.

Sie schafften mit Schülern, die noch kein Instrument spielten, in zwei Tagen einen Song einzuüben und im Stadtpark zu präsentieren. Julia Kelsch übte einen Tanz ein, Mark Moody brachte ein Instrumentalstück mit Schülern auf die Bühne, Karoline Lindt leitete die Schüler in „sing a song writer“ an.

Marco Sharif-Khan vom Jugendmusikwerk Baden widmete sich ebenfalls der Bandarbeit. Hier lernten die Schülerinnen und Schüler, wie man einen Song gemeinsam mit anderen einstudiert. In der Pause heizte Sharif-Khan mit seiner inklusiven Kinder- und Jugend-Rockband ein.

Mit Ina Grodd, Manuela Kienzle und Hannah Kranz wurden Ocarinas hergestellt. Beeindruckend war der Klang dieser Gefäßflöten.

Alphörner aus Abflussrohren war der Hingucker schlechthin. Wie Franz Schüssele mit seiner Gruppe auch noch Musik aus den Rohren zauberte, beeindruckte das zahlreiche Publikum. Zirkus und Orffrock dürfen beim Zeller SBBZ nicht fehlen.

Unter Leitung von Günther Sinz und Theresa Himmelsbach wurden Rockklassiker mit Orff-Instrumenten einstudiert. Der ehemalige Schulleiter des SBBZ Lernen Horst Koller ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit seiner Enkeltochter Felicia Fricke und deren Freundin Ronja Seifried, einen Workshop zu leiten.

Fesselnde Show

Unter dem Motto „Einrad, Zirkus und Akrobatik“ bekam das Publikum eine fesselnde Bühnenshow zu sehen. Für Bühnenbild und Technik gab es einen eigenen Workshop. Hierfür waren die Firma JPL Media und die Zeller Kunstwege verantwortlich. „Ohne Unterstützer ist so ein Riesenprojekt nicht zu stemmen“, so Matthias Demmel in seiner Abschlussrede.

So bedankte er sich für die großzügigen Spenden bei zahlreichen Sponsoren. Für das kulinarische Wohl war durch die Eltern bestens gesorgt. Und so klang der Abend mit der Ortenauer Live Band „Beatmen“ aus.

Aus Zigarrenkisten entstanden E-Gitarren. Der Sound dieser Instrumente war beeindruckend.

Uli Glasemann

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